Ein stiller Blick auf die dunklen Stunden, Einsamkeit und neue Rituale
Wenn der Tag langsam zu Ende geht, die Menschen wieder Zuhause sind und die Alltagsgeräusche leiser werden, kommen wir zur Ruhe – außen und innen.
Was eben noch durch Termine, Gespräche oder Pflichten verdeckt war, klopft nun an: Erinnerungen – Gedanken – Gefühle
Gerade am Abend oder in der Nacht spüren viele Menschen ihre Trauer besonders intensiv – warum ist das so?
🕯️ Wenn die Welt leiser wird
Tagsüber sind wir oft abgelenkt, wir funktionieren, erfüllen Anforderungen und kommen Aufforderungen nach. Auch in der Trauer funktioniert man – aus Notwendigkeit oder Gewohnheit. Doch abends fehlt der Schutz der äußeren Bewegung. Niemand ruft mehr an. Die Wohnung ist still. Der Platz neben einem leer.
Die Dämmerung ist ein Spiegel.
Sie zeigt uns, was wir versuchen zu übersehen:
- den Verlust
- die Sehnsucht
- das Alleinsein
- und manchmal auch die Angst vor der Endgültigkeit.
💭 Warum abends die Gedanken kreisen
In der Ruhe der Nacht werden unsere inneren Anteile lauter.
Vielleicht hörst du dann:
- Hätte ich doch…
- Warum musste das passieren?
- Warum ich…
- Das ist so unglaublich unfair…
- Du fehlst mir …
Der Körper ist müde und auch erschöpft – Trauer kostet Kraft.
Die Seele sucht Halt und die Trauer nutzt die Stille, um sich bemerkbar zu machen.
🌌 Die Nacht ehren – nicht nur fürchten
So schwer diese Stunden auch sein mögen – die Nacht kann auch ein geschützter Raum sein: Hier muss du nichts beweisen, niemand bewertet dich, du trägst keine Masken mehr.
Die Dunkelheit ist dann wie eine Umarmung, eine leere Stille, die dich weinen, schreien, schluchzen und fühlen lässt.
🕊️ Kleine Rituale für die Abendstunden
Hier sind ein paar Impulse, wie du die Nacht sanfter gestalten kannst:
✨ Licht-Ritual
Zünde eine Kerze an – für den Menschen oder ein Tier, welchen/s du vermisst – du kannst die Kerze auch nur für dich anzünden, ein kleines Zeichen oder Ritual, dass du jetzt hier bist um zu trauern, um zu sehen, zu spüren.
✨ Mantra
Sprich einen liebevollen Satz – du kannst ihn zu dir selbst sagen oder laut aussprechen:
- „Ich kann jetzt nichts an der Situation ändern“
- „Meine Trauer darf mich begleiten, ich sehe sie“
- „Die Dunkelheit ist ein Teil von mir“
- „Ich bin sicher“
- „Ich erlaube mir Ruhe zu finden“
✨ Gedanken aufschreiben
Dein Kopf ist voll, irgendwo war ein wichtiger Gedanke! Wahrscheinlich staunst du darüber, wie viele Aussagen in deinem Kopf herum schwirren. Wie wäre es, diese einfach mal aufzuschreiben?
- Entweder stoppst du die Zeit und schreibst in einer Minute alles auf, was dir gedanklich erscheint
- oder du nimmst ein bis zwei Gedanken, die dich beschäftigen.
Unterbreche das Karusell für einen Moment, erkenne die Ruhe.
✨ Berühre Erinnerungen
Was erinnert dich? Ist es ein Duft, ein Kissen, ein Kleidungsstück, ein Foto?
Berühre etwas, das dir Halt gibt, verbinde dich mit dem Hier und Jetzt.
Es darf klein sein – aber bedeutungsvoll, es bleibt bei dir.
✨ Atmen und spüren
Lege oder setze dich bequem hin, nimm wahr, wo du gerade bist. Was spürt dein Körper gerade?
Lenke deinen Atem sanft in Bereiche, die eng oder schwer sind.
Sag dir: „Ich atme ein – ich bin hier. Ich atme aus – ich lasse los.“
Sei bewusst bei dir – verbinde dich.
🛏️ Wenn der Schlaf nicht kommt
Schlaf lässt sich nicht erzwingen – das ist in Ordnung.
Vielleicht hilft dir:
- Sanfte Musik oder Naturgeräusche
- Ein entspannender Tee mit beruhigenden Kräutern
- Ein Hörbuch oder Meditation mit ruhiger Stimme
- Ein Blick aus dem Fenster in die Nacht und das Gefühl: Ich bin nicht der / die Einzige/r, der / die heute wach liegt.
🤍 Und wenn du dich einsam fühlst …
…erinnere dich daran, dass du trotz allem verbunden bist. Mit deiner Vergangenheit, mit dem was jetzt gerade da ist und auch mit anderen Menschen, die ähnlich wie du empfinden.
Wenn du dir eine Begleitung durch mich wünscht, kontaktiere mich gerne – ich bin da
🌄 Abschließende Worte
Trauer am Abend ist natürlich und gibt dir die Möglichkeit, die Trauer wahrzunehmen – das ist meist schon ein guter erster Schritt. Du wirst lernen mit der Lücke zu leben – aber erst einmal: Schritt für Schritt.
Vielleicht kannst du die Nacht irgendwann nicht nur als Leere empfinden,
sondern als etwas Ehrliches, Weiches, Tieferes – ein Ort, an dem du einfach du sein darfst.
Wenn du magst, begleite ich dich in solchen Momenten – mit Worten, mit Stille, mit Impulsen, die dich in deiner Trauer halten.
Du musst die Nacht nicht allein durchstehen.
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