Neues Jahr – aber kann ich glücklich werden?

Mutige Schritte in die Zukunft:
Trauer und Neuanfang

Ein neues Jahr klopft an die Türe unseres Lebens. Überall spricht man von guten Vorsätzen und der Hoffnung, dass das kommende Jahr besser wird. 🥳

Und wir Trauernde?
Wir leben in einer Zwischenwelt – wir fühlen uns in unserer Trauer mittlerweile sicherer. Doch selbst hier erreicht uns der Zauber des Neuanfangs.

Verweilen wir in der Trauer oder wagen wir erste Schritte in das Neue, Unbekannte und Unsichere?

Dieser Text ist für dich, wenn du dich in deiner Trauer nicht verloren fühlst und spürst, dass du behutsame Schritte in dein neues Leben wagen möchtest.

Ein neues Jahr kann einen Neuanfang markieren – sind wir mutig ihn zu wagen?🫢

🪶 Der Neuanfang und die Angst vor dem Scheitern

Es scheint so einfach: Wir fangen neu an, fühlen und denken anders als sonst und die Realität wird sich anpassen!

🤔 Kann das funktionieren?
Das ist schwer zu sagen. Wenn wir genug Stärke aufbringen und lange genug durchhalten, kann sich irgendwann vielleicht der erwünschte, neue, leichte und unbeschwerte Zustand manifestieren…

Puh – aber ehrlich? Haben wir in der Trauer wirklich genug Kraftreserven, um alles zu verändern? Wollen wir wirklich komplett neu starten und uns neu definieren? Wollen wir wirklich so tun, als gibt es den Schmerz nicht? Vergessen wir damit nicht auch das Gute, was war?

Ich persönlich hatte nach einem Verlust weder die Kraft noch den Mut „einfach“ neu anzufangen. Ich wollte meine Vergangenheit nicht wegschließen und ich hatte zudem keine Vision, wie mein neues Ich aussehen sollte.

Was ebenfalls zur Wahrheit gehört:
Das Durchhaltevermögen für solch ein Unterfangen hätte ich nicht aufbringen können.

Was bleibt also, wenn man wenig Kraft und auch kein direktes Ziel vor Augen hat:

💕 Hoffnung

Ja, es ist nicht leicht: die Trauer ist komplex, die Erinnerungen schmerzen und das Vermissen wirft uns immer wieder aus der Bahn. All der Schmerz steht im Wiederspruch zu einem Neuanfang.

 🤫 …und doch, hören wir ein leises Murmeln: „Probiere nur einen kleinen Schritt“ – ein Flüstern, ein Gefühl, eine sanfte Empfindung:
Ein Windstoß, wenn unser Boot des Lebens auf offener See stillsteht und plötzlich wieder Wind in den Segeln hat.

Unser Leben darf wieder heller werden,
wir dürfen wieder in unsere Kraft kommen und
wir dürfen wieder hoffen.

Wir müssen nichts wegsperren, damit unser Neuanfang klappt.

🩹Erste Schritte und mögliche Stolperfallen

Jeder Verlust ist anders und jede Trauer ist einzigartig – daher gibt es keinen allgemeinen Rettungsplan.
Was können wir tun, um (ohne Schaden an uns selbst) in eine neue Richtung zu gehen?

Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, liegt es nahe, Bekanntes zu wiederholen:

  • wir besuchen Orte, an denen wir glücklich waren
  • wir kehren zu Lieblingsplätzen zurück
  • wir wiederholen Ausflüge, die damals so besonders waren

Was spüren wir dabei?

  • Vielleicht einen tiefen Schmerz, dass das Gefühl von damals nicht mehr auftaucht.
  • Wir entdecken, dass wir aus dem Gewohnten Kraft ziehen können.
  • Wir erkennen unsere Stärke auch alleine glücklich sein zu können.
  • Wir empfinden stolz, wenn wir uns selbst wieder neu kennenlernen.

Neuanfänge können vielschichtig sein:
Die Bereitschaft nach außen zu gehen, ein neues Interessensfeld, ein erster Kontakt zu neuen Gewohnheiten – ein kleiner Funke von Freude.

🥺 Und wenn wir stolpern und wieder in der Trauer landen?
Dann ist es eine weitere Erfahrung, die uns die Richtung zeigt. Wir können innehalten und uns neu ausrichten. Und wir beginnen wieder, ein Schritt nach dem anderen zu setzen.

Wege durch die Trauer gleichen einem Ping-Pong-Spiel:
Wir gehen aus der Trauer und kehren zu ihr zurück.

Wir beginnen neu und erinnern uns stetig an die Vergangenheit.

Egal, an welchem Punkt deines Lebens du stehst – du bist nicht alleine und mit der Zeit wirst du immer mehr Vertrauen in dich selbst finden.

Ich wünsche dir viel Kraft 💕